Treffpunkt - Gemeinde aktuell

Jahresrückblick 2010

Freitagabendtreff - Im Schatten der Mauer (2. Juli)

Es war ein bewegender und bedrückender Abend, an dem Heinrich Becker von seiner Reise mit dem Fahrrad quer durch das »Heilige Land« berichtete, von Hebron im Süden bis Kalkilya im Norden durch die Palästinensergebiete. Von einem lebensfähigen Staat zu reden, vebietet sich schon beim Blick auf die Landkarte. Wie ein Flickenteppich oder wie Inseln im weiten Meer der von Israel beherrschten Gebiete liegen die palästinensischen Städte und Dörfer verstreut auf der Westbank, zerrissen und getrennt durch die Grenzmauer, die aber nicht dem völkerrechtlichen Grenzverlauf folgt, zerstückelt durch die zahlreichen neuen Straßen, die - wiederum geschützt durch Zäune und Mauern - die (zumeist illegalen) israelischen »Siedlungen« miteinander verbinden, die ungezügelt auf den Hügeln Judäas und Samarias wuchern.

Heinrich Becker machte deutlich, dass das Wort »Siedlung« arg beschönigend ist, handele es sich doch teilweise um ausgewachsene Kleinstädte mit mehr als 20.000 Einwohnern, die zudem problemlos an die israelische Wasserversorgung angeschlossen sind, während die Bewohner der dazwischen liegenden palästinensischen Dörfer froh sein können, wenn regelmäßig der Tankwagen mit Trinkwasser kommt. Und selbst wenn man schon einmal die Mauer aus der Nähe gesehen hat, so ist doch deren Anblick jedes Mal aufs Neue erschütternd. So waren es vor allem die von Heinrich Becker gezeigten eindrücklichen Bilder, die betroffen machten.

Er berichtete zudem von zahlreichen Begegnungen mit gastfreundlichen Palästinensern, die trotz aller Schikane versuchen, ihr Leben zu meistern und dabei am Ziel eines friedlichen Miteinanders festzuhalten. Wie etwa der Landwirt aus der Gegend von Nahhalin bei Betlehem, der seit vielen Jahren sein Land zäh gegen Übergriffe und Besetzungsversuche durch israelische Siedler verteidigt, indem er Fortbildungskurse und Friedenscamps auf seinem Hof durchführt. Auf einem Schild an der Einfahrt zu seinem Gelände ist zu lesen: »Wir weigern uns Feinde zu sein«. Wir sind Heinrich Becker dankbar, dass er uns einen differenzierten und realistischen Blick auf die Verhältnisse in den Palästinensergebieten gegeben hat.

Jörg Klingbeil

Heinrich Becker stellte den Erlös der Spendensammlung (109 Euro) der Schule »Talitha Kumi«, Beit Jala zur Verfügung.

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