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Rückspiegel

Rückblick auf die Weihnachtsfeier

Schon am Eingang wurde ich vom Duft von Orangen, Punsch und Glühwein empfangen. Be­gleitet von Rumis leisem Einspielen auf dem Klavier stieg ich die Treppe zum Saal hinauf.

In der Küche herrschte, wie gewohnt, geschäftiges Treiben. Gridle und Leo waren noch mit dem Richten der bunten Teller beschäftigt, die später auf die Tische gestellt wurden. Leckere selbstgebackene Weihnachtsgutsle und Stollen sollten nach der Feier zum Bleiben und »Schwätza« einladen.

Im Saal waren die Tische festlich gedeckt. Weiße Decken, Tannengrün, Stroh- und andere Sterne sowie eine rote Kerze schmückten jeden Tisch. Auf dem Klavier die Krippe und dann der herrliche Christbaum, der - sicher nicht nur mich - alle Jahre wieder erfreut. Mit so viel Lie­be und gewiss genauso viel Zeit hergerichtet, zog er die Blicke auf sich und strahlte in weih­nachtlichem Glanz.

Ca. 25 Mitglieder, Freunde und ein besonders braver Labradoodle füllten nach und nach den Saal. Weihnachtsstimmung lag in der Luft, die Freude sich zu sehen war zu spüren, Grüppchen fanden sich zusammen. Es wurde erzählt und gelacht.

Als Rumi mit dem Klavierspiel begann, wurde es still, jeder hatte seinen Platz gefunden und lauschte andächtig dem Klang des Instruments.

Tempelgründungstag (Foto: Privat)
Foto: Privat

Nach der Eingangsmusik und der Begrüßung durch Karin sangen wir zusammen »Am Weihnachtsbaume die Lichter brennen«, während Leo zusammen mit Tine die Kerzen am Baum anzündete. Echte Wachskerzen, die eine besonders warme Stimmung verbreiteten - einfach schön!

Mit einem Brief an die Weihnacht begann Karin die Feier. Geschrieben von Susanne Niemeyer, die schildert, wie eben nicht immer alles perfekt läuft in der Adventszeit und was sie nicht alles nicht geschafft hat zum Weihnachts-fest. Da kommt über die Jahre so einiges zusammen: Fenster nicht geputzt, Wohnung nicht gerichtet, Gutsle nicht so schön wie auf der Abbildung, Krieg in der Welt und Liebeskummer, Sterbefälle und noch vieles mehr. Sicher ging es einigen anderen genau­so wie mir, »ach ja, das kenn ich auch«, ging mir durch den Kopf. Gut, dass die Weihnacht trotzdem immer kam und einen zur Ruhe kommen ließ, fand die Briefschreiberin. Ich konnte ihr da nur zustimmen.

Nun waren wieder alle gefragt und aus vollen Kehlen erklang im Saal das schöne alte Weih­nachtslied »Tochter Zion, freue dich«.

Was ist der Sinn der Weihnacht? fragte Karin sich und uns: die Geschenke, das Kind in der Krippe oder doch viel mehr das, was Jesus seinen Anhängern vermitteln wollte, Liebe, Hilfe, das füreinander da Sein und das Vertrauen in eine höhere Macht? Seine Zuwendung zu den Armen, Kranken und Ausgestoßenen hat zu einer anderen Auffassung von Gott und zu den Mitmenschen geführt, was schließlich all die sozialen Einrichtungen hervorgebracht hat, deren Ursprung heute niemand mehr hinterfragt.

Auch die Dankbarkeit für all das, was wir haben, sollten wir in dieser Zeit nicht vergessen. Wir leben im Frieden, während die Kriege in der Ukraine, in Gaza, Sudan und anderswo uner­messliches Leid zu den Menschen bringt. Ein bisschen sollte unsere Spende an diesem Tag zur Linderung dieses Elends beitragen. Das Geld soll über die »Aktion Deutschland hilft« den Menschen im Gazastreifen zugutekommen.

Nach dem Lied »Dies ist die Nacht, da mir er­schienen« gab Karin mit dem Hinweis auf die Ge­schichte, die zeigt, dass man auch mit kleinen Din­gen oft helfen kann, das Wort an Leo weiter. Un­auf­geregt und wie ein »alter Hase« las er uns »Das letzte Rätsel« von Sabine Ludwigs vor.

Darin ging es um ein Mädchen, das seinem Vater mithilfe eines Rätsels die Augen öffnen wollte. Er hatte im kalten Winter eine arme Frau, die vor sei­ner Apotheke selbst gebastelte Federengel verkau­fen wollte, um etwas dazuzuverdienen, weggejagt. Das Rätsel lautete: »Was ist mächtiger als Gott? Was ist böser als der Teufel? Die Glücklichen brauchen es nicht. Die Armen haben es und wenn man es isst, stirbt man.« Als der Vater die Lösung (nichts) errät, kauft er der Frau alle ihre Federengel für einen guten Preis ab und gibt sie seinen Kunden als Geschenk mit.

Tempelgründungstag (Foto: Privat)
Foto: Privat

Doch zurück zur Weihnachtsfeier. Ohne »O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Weih­nachtszeit« wäre diese nicht vollkommen. An­schlie­ßend sprach Karin ein Gebet, dem das gemein­same Vaterunser folgte. Mit »Stille Nacht, heilige Nacht« und Rumis Klavierspiel endete die Feier.

Wie jedes Jahr durften die anwesenden Kinder sich ein Geschenk unter dem Christbaum aussu­chen und wir alle blieben, auch wie in allen Jahren davor, bei Glühwein, Punsch und Gutsle noch gerne in fröhlicher Stimmung zusammen.

Danke Rumi für dein wunderschönes Klavier­spiel, Karin für deine Ansprache und all den fleißigen Händen, die den Saal und den Baum so wunderprächtig geschmückt haben Gridle, Tine, Rumi ...

Leo, dir ein besonderes Lob fürs Vorlesen vom letzten Rätsel - das hast du richtig gut ge­macht!

Hannelore Oetinger

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