Treffpunkt - Gemeinde aktuell

Jahresrückblick 2008

Konzertabend mit dem Trio Chagall (12. April)

Als am 12. April ein Konzert mit dem Trio Chagall anstand, waren die Reihen im Saal des Gemeindehauses wieder gut gefüllt. Alle sahen voller Vorfreude den anstehenden musikalischen Genüssen mit Henriette Auracher an der Violine, Hinnes Goudschaal am Violoncello und Atsuko Yoneda am Klavier entgegen. Nach einigen einleitenden Worten von Henriette, Tochter von Wolfgang und Inge Blaich, betraten die drei Musiker auch schon den Ort des Geschehens.

Zu Beginn erklang das Klaviertrio Opus 1 Nr.1 in Es-Dur von Ludwig van Beethoven (1770-1827), das er im Alter von 24 Jahren zu Ehren seines Gönners Fürst Lichnowsky komponierte. Die Besonderheit dieses Stücks liegt darin, dass das Klavier im Unterschied zu vielen Klaviertrios jener Zeit auch gelegentlich in den Hintergrund tritt, um besonders dem Cello die Führung zu überlassen. Die vier Sätze waren sehr abwechslungsreich, und es zeigte sich schnell, dass keiner der drei Musiker sich scheute, auch mal kräftiger in die Saiten und Tasten zu langen. Auch an den virtuosesten, höchsten Stellen zeichneten sie sich noch durch höchste Sicherheit aus. Konzertabend mit dem Trio ChagallDer Name des Trios, in Anlehnung an die Farbenpracht und Lebendigkeit der Werke des gleichnamigen Malers, erwies sich als äußerst passend. Wilde Verfolgungsjagden mit schnellen Läufen wechselten sich mit langsamen harmonischen Partien ab.

Das folgende Stück von Dmitri Schostakowitsch (1906-1975) führte die Zuhörer in eine andere Welt als der wohlbekannte Beethoven. Komponiert im Jahr 1944 anlässlich des Todes eines guten Freundes, handelt es sich bei dem Klaviertrio Nr.2 Opus 67 e-Moll um Trauermusik. Der erste Satz, ein Andante-Moderato-Pocco piu mosso begann mit klagenden Flageoletttönen im Cello, die dann von einem nur scheinbar fröhlichen, gehetzt wirkenden Thema abgelöst wurden. Das anschließende Allegro con brio erinnerte an einen dämonischen, gejagten Walzer als Ausdruck für Hohn und Entsetzen, gefolgt von dem Largo, einer einzigen Klage. Abgeschlossen wurde das musikalische Erlebnis mit einem grotesk anmutenden Allegretto-Adagio. In diesen Satz war eine Vielzahl von scheinbar lustigen, aber bissig gemeinten Elementen jüdischer Volksmusik eingearbeitet.

Nach der Pause wurden vier Tangos des argentinischen Bandoneon-Spielers und Komponisten Astor Piazzolla aufgeführt, der als Begründer des Tango Nuevo gilt. Trotz namentlicher Anlehnung an Antonio Vivaldi, sind nur wenige Parallelen zu dem 150 Jahre früher lebenden venezianischen Komponisten zu erkennen. Zuweilen erscheinen die jahreszeitlichen Zuordnungen zu den vier Sätzen sogar recht willkürlich. Auf fast jeden ruhigen Teil folgt auch ein rasanter. Befinden sich alle Instrumente in scheinbarer Harmonie, kommt es zu einem abrupten Fortgang. Der Zuhörer bleibt in ständiger Spannungs- und Erwartungshaltung und wird nicht enttäuscht. So kommt auch das Finale sehr überraschend.

Die Musiker wurden mit jeder Menge Applaus belohnt und spielten als Zugabe eine bekannte Melodie aus der Werbung der 70er Jahre. Wir hoffen, Henriette hier bald wieder begrüßen zu dürfen und verbleiben mit einem großen Danke an sie und ihre beiden Musikerkollegen.

Christine Klingbeil

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