Treffpunkt - Gemeinde aktuell

Jahresrückblick 2010

Gruppenreise durch das »Heilige Land« (10. bis 24. April)

Gut und pünktlich sind wir am 24. April wieder auf heimischem Boden gelandet, die Wolke aus Island hat unsere Reise nicht beeinträchtigt.

Es war eine in jeder Hinsicht gelungene Reise und dass dies so war, ist den beiden Reiseleitern Karin Klingbeil und Dr. Jakob Eisler, aber auch der Gruppe selbst zu danken, die eine gute templerische Gemeinschaft gebildet hat, begierig das Land und die alten Templerstätten kennen zu lernen oder wieder zu sehen.

Mit unserem nicht mehr ganz neuen Bus und dem hervorragenden Fahrer Ala waren wir viel unterwegs. Ala bugsierte uns gekonnt durch engste Stellen, Gruppenreise der Tempelgesellschaft durch das »Heilige Land« nur einmal in der Altstadt Haifas mussten unsere beherzten Männer ein parkendes Auto zur Seite "lupfen", damit wir weiter konnten.

Ich weiß nicht, ob es jedem Reiseteilnehmer von vornherein klar war, dass man in Israel viel laufen muss, bergauf und bergab, treppauf und wieder auf den ungleichen Stufen hinunter. Für die Fußkranken war dies eine Herausforderung, manchen Weg kürzten sie ab oder ließen ihn eben aus. Nie war aber ein Klage- oder Misston zu hören, Unbequem­lichkeiten wurden hingenommen. Miteinander waren wir ermattet und verschwitzt, der Schirokko setzte uns zu, hatten dann aber auch gemeinsam ebenso Lust auf den nächsten Programmpunkt, sei es eine Stätte, in der Templer einst gewirkt haben - sie waren fast überall dabei - oder ein archäologisches Ausgrabungsfeld mit herrlichen Mosaiken, ein Stadtgang durch Tel Aviv dem Bauhausstil zu Liebe - Jakob machte uns bald zu Experten dieser Baukunst - oder ein Naturwunder, das es zu bestaunen galt.

Das Programm war hervorragend zusammengestellt und sorgte für Abwechslung. Großen Raum nahmen natürlich die ehemaligen Templerkolonien ein, vor allem in Jaffa, wo Hervorragendes geleistet und vieles neu entstanden ist.

In Haifa waren wir enttäuscht, dass uns der Bahai-Tempel nicht entgegenstrahlte, sondern wegen Renovierungsarbeiten in ein olivfarbenes Tuch verhüllt war. Gruppenreise der Tempelgesellschaft durch das »Heilige Land« Betlehem und Waldheim haben am ehesten ihren alten Charme erhalten, in den Gärten blühte es verschwenderisch. In Wilhelma fehlt die Eukalyp­tusallee ja seit langem und der frühere Friedhof, auf dem wir unser Picknick hatten, sah doch recht verwahrlost aus. Dafür lagen in der angrenzenden Orangenbijare Früchte auf dem Boden, herrlich süß und wohlschmeckend.

Die renovierten Häuser in Sarona sehen wunderschön aus. Durch das Verschieben der 4 Häuser an der Kaplanstraße stimmt das Bild mit meiner Kindheitserinnerung nicht mehr überein. Ich war der Reiseleitung aber sehr dankbar, dass sie mir einen "Rundgang" um das Haus von Philipp Groll im gesperrten Teil, begleitet von einer jungen israelischen Offizierin, ermöglichte, in dem wir Rohrers einige Zeit gewohnt hatten.

Dass nun auch in Jerusalem das ehemalige Syrische Waisenhaus für uns zugänglich war, hat mich besonders berührt. Hier waren wir Jerusalemer 1940 ein paar Monate untergebracht, ehe man uns dann auf Sarona und Wilhelma aufteilte. In der »German Colony« Jerusalems sind die Häuser sehr gepflegt, dagegen sind das Schulhaus und das Institut in einem sehr traurigen Zustand. Was der Hotelkonzern einmal aus dem Ensemble machen wird, der Saal gehört dazu, das scheint noch nicht festgelegt zu sein. Gruppenreise der Tempelgesellschaft durch das »Heilige Land« Der Saal war für uns offen, durch die Türen strömte das Sonnenlicht und machte die Wasserschäden an den Wänden sichtbar. Wir dachten an die Altvorderen, die von hier aus einst die Geschicke der Tempelgesellschaft geleitet hatten.

Jakob, der profunde Kenner des Landes und seiner Geschichte, war unermüdlich und führte uns nicht nur auf templerischen Spuren. Er erläuterte und erklärte uns alles (für unsere Australier auch immer wieder auf Englisch) und ließ uns an seiner Begeisterung für Besonderheiten entlang unseres Weges teilhaben. Zusammen mit Karin bildete er ein hervorragendes Führungsduo, das stets besorgt um unser Wohlergehen war, immer ansprechbar und jedem freundlich zugeneigt.

Karin meisterte die vielen Aufgaben einer Reiseleiterin engagiert wie ein Profi. Alles klappte, abends gab es immer für jeden ein Bett, für Essen und Trinken war bestens gesorgt und als der Bus bei Tiberias einfach nicht mehr weiter wollte, schaffte sie einen neuen herbei. Ihr "Rucksack-Handy" klingelte auch unterwegs auffallend oft, neue Entscheidungen und Umplanungen wurden verlangt. Vergessen seien ihre Ansprachen auf den beiden Friedhöfen nicht, in Haifa und in Jerusalem jeweils einem Ort der Stille und Ruhe. Der Friedhofsgruppe dankten wir sehr für ihren pflegerischen Einsatz.

Wir sind aufmerksam durch das Land gereist. Die Stimmung war fühlbar anders als in den letzten Jahren, die Sorgen und Nöte auf beiden Seiten sichtbarer. Nachdenklich blieben wir beim letzten morgendlich Rundgang durch die Kolonie in Jerusalem vor dem Haus von Beate Paulus stehen. Über der Eingangstüre hatte sie 1878 Psalm 122 einmeißeln lassen:

»Wünscht Jerusalem Glück - es müsse wohl gehen denen, die dich lieben - es müsse Friede sein in deinen Mauern«.

Brigitte Kneher

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