Treffpunkt - Gemeinde aktuell

Jahresrückblick 2011

Freitagabendtreff - Geparden zum Anfassen (25. März)

Schade, dass beim letzten FAT nur so wenige da waren - alle anderen haben ein exquisites Vergnügen versäumt.

Stefanie Burghardt hat ein 8-wöchiges Praktikum auf einer Gepardenfarm im Hinterland von Kapstadt absolviert und hat interessant und mit vielen selbst geschossenen Bildern davon erzählt.

Geparden sind vom Aussterben bedroht. Genaue Zahlen gibt es nicht, es wird geschätzt, dass in ganz Afrika nur noch 700 leben. Man versucht, den Bestand zu schützen, ihn zu vermehren ist schwierig, denn man kann sie zwar in großen Gehegen züchten, aber nicht auswildern, weil sie keinen angeborenen Jagdtrieb haben. Sie lernen das Jagen nur von ihren Müttern und brauchen mindestens ein Jahr, bis sie für sich selbst sorgen können. Der »Schutz« für freilebende Tiere erfolgt über den Umweg über Anatolische Schäferhunde. Geparden zum Anfassen Ihr angeborener Beschützerinstinkt ist so stark, dass sie schon als 6 Wochen alte Tiere eine Ziegen­herde so gut schützen, dass kein Gepard sie anfällt. Das vermittelt den einheimischen Herden­besitzern Sicherheit, so dass nicht jedes Tier abgeschossen wird, was ihnen vor die Flinte kommt.

Die Farm, auf der Stefanie Burghardt gearbeitet hat, dient dem Zweck, dafür Geld aufzutreiben, nach dem Prinzip des Zoos: die Tiere werden in großen Gehegen gehalten - sie sind Einzelgänger und brauchen jedes sein eigenes Revier. Nur wenn, was nicht oft vorkommt, zwei Tiere sich spontan anfreunden, kommen sie zusammen in ein Einzelgehege. Auf den Fotos haben wir gesehen, wie zwei solche Tiere »schmusen«, Körperkontakt suchen, immer nahe beiei­nander bleiben.

Für zwei Stunden pro Tag werden gegen Eintrittsgeld Besucher eingelassen und dürfen, wenn sie das wollen, nahe an einzelne Tiere herangehen und sie streicheln. Von diesen Geldern und erhofften Spenden muss die Farm sich erhalten und einen Überschuss an das Geparden-Programm weitergeben.

Aufgabe der Praktikanten ist es, die Gehege sauber zu halten (primär: den Kot einzusammeln), sie zu füttern, mit ihnen umzugehen, um sie an Menschen zu gewöhnen - anders wäre das Besucherprogramm nicht möglich -, ihre Körpersprache verstehen zu lernen, um z.B. zu erkennen, wann ein Gepard bereit ist zur Audienz oder wann er seine Ruhe haben will - dann wäre ein Besuch wenig ratsam.

All das und noch manches andere aus dem Alltag von Geparden und Praktikanten war interessant und lebendig erzählt - aber das Glanzlicht waren die vielen Gepardenbilder. Geparden gehören für mich zu den schönsten und elegantesten Tieren überhaupt. Hochbeinig und schlank, ohne ein Gramm Fett, vom Schwanz bis zu den Pfoten gespannte Kraft. Beim Spurt vom Stand auf 100 km/Stunde schlagen sie jeden Porsche, beim Dauerlauf erreichen sie 120 km/Stunde, allerdings nur für kurze Zeit. Dann müssen sie eine Pause machen und neue Kraft sammeln.

Vielleicht ist das ein Grund für ihre Gefährdung, vielleicht auch, dass sie keine Krallen haben und deshalb nicht, wie viele andere Raubkatzen, sich einen sicheren Schlafplatz auf einem Baum suchen können. Der sehr schmale Kopf ist charakterisiert durch zwei dunkelbraune Streifen, die zwei Drittel der Augen umrunden und dann in kühnem Schwung auf beiden Seiten des Nasenrückens zum Maul laufen - keine Schönheitskönigin könnte eindrucksvoller geschminkt sein. Wir sahen Geparden in immer neuen Positionen: majestätisch auf den Hinterbeinen sitzend, den Blick unverwandt auf uns (die Kamera) gerichtet, eifrig fressend, vertrauensvoll neben der Pflegerin liegend, einen genüsslich mit ausgestreckten Vieren auf dem Rücken liegend, als ob er am Bauch gestreichelt werden wollte; schließlich Bilder aus der Zuchtstation, von der die Farm ihre Jungtiere bezieht: auf den ersten Blick eine bildfüllende zusammengeknäulte Felldecke, leuchtend weißlich bis hellbeige getönt mit kleinen braunen Tupfern und offensichtlich so weich, dass man am liebsten hineingefasst hätte. Erst beim genauen Hinsehen entdeckte man Köpfchen und konnte nachzählen, dass die »Decke« aus neun lückenlos ineinander übergehenden Gepardenbabys bestand. Am Ende bekommen wir auch noch eine Dreingabe.

Stefanie Burghardt hatte ihre freien Tage zu Fahrten ins Land genutzt und zeigte großartige Bilder von der südafrikanischen Landschaft: unendlich hintereinander gestaffelte Bergketten, tiefe, fast senkrecht eingeschnittene Canyons mit bizarren Felsformationen, die wilde Felsküste am Kap der Guten Hoffnung, an der die Wellen hochbrandeten, und vieles mehr.

Sie hat sich in das Land verliebt und will in diesem Jahr wieder hinfahren. Am liebsten würde man es ihr nachmachen.

Brigitte Hoffmann

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