Treffpunkt - Gemeinde aktuell

Jahresrückblick 2014

Eindrücke vom Tempelgründungsfest (22. Juni)

Das Tempelgründungsfest in Degerloch am 22. Juni dieses Jahres hat eine ­große Gemeinde zusammengeführt, neben den Mitgliedern der Tempelgesellschaft Freunde und Nahestehende, die zum Teil einen weiten Weg auf sich genommen haben.

Sie alle haben einen sonnigen Tag erlebt, nicht nur äußerlich bei dem strahlenden Sommerwetter, sondern mit Leib und Seele beim Wiedersehen, bei den Gesprächen, beim Hören, Sehen und nicht zuletzt bei Speis und Trank.

Festliche Musik eröffnete und begleitete den Gottesdienst, bei dem Peter Lange die Gemeinde auf ein Thema einstimmte, das für uns heute zwar auch aktuell ist, aber für die Auswanderer im vorletzten Jahrhundert, für unsere Vorfahren, schicksalhafte Folgen nach sich zog. Es ist das Vertrauen in Gottes Führung. Sie damals folgten der Sehnsucht nach dem Reich Gottes auf Erden, das im Herzen der Menschen und in einer friedfertigen Glaubensgemeinschaft sich heranbilden sollte, und machten sich auf den beschwerlichen Weg. Das Lied mit allen seinen drei Strophen, das Peter Lange dazu anstimmen ließ, rief ­Verblüffung hervor, klangen doch die Verse wie ein Weckruf mitten in die Aufbruchsstimmung der Auswanderer hinein: »Vertraut den neuen Wegen, auf die der Herr uns weist...«. Tempelgründungstag Das Lied stammt aber aus der heutigen Zeit, der Zeit des Zusammenbruchs der DDR und der Wende 1989, wo auch Gebet und Vertrauen die Menschen beflügelte. Wer auf die Stimme des Herzens hört, betritt damit nicht die bequemsten Wege. Sie damals haben unsägliche Strapazen durchgemacht, aber sie legten damit den Grundstein für die feste Gemeinschaft in den später blühenden Kolonien.

Heute, nach dem Zweiten Weltkrieg und der Vertreibung aus Palästina, stellte Peter Lange die Frage, ob nun die Bestrebungen und Mühen unserer Vorfahren als gescheitert anzusehen sind, eine Frage, die nicht eindeutig zu beantworten ist. Auch hier gilt es, mit demselben Vertrauen zurück und auch in die Zukunft zu blicken. Die Wege, die wir gehen, einerlei wie wir sie beurteilen, sind niemals vergeblich.

Nach dem leckeren Mittagessen, dem man die gute Qualität einer liebevollen Zubereitung in den privaten Küchen anmerkte und schmeckte, ging es zum nächsten Höhepunkt, dem Vortrag von Dr. Eisler. Er berichtete über seine Nachforschungen in verschiedenen Archiven, wo er altes Filmmaterial über Palästina und die Templerkolonien vermutete, sich aber immer wieder mit Fehlmeldungen abfinden musste. Mit großer Beharrlichkeit und Geduld blieb er bei seinem Vorhaben gemäß dem Rat: Wenn du etwas suchst, gib niemals auf, irgendwann kommt es auf dich zu. Und so war es auch tatsächlich. Er traf auf einen Privatmann, dessen Vater einst auf einem Flohmarkt mehrere Filmrollen für ein paar Groschen erstanden hatte. Nun galt es, nachdem sich der Wert der Filme herausgestellt hatte, den neuen hohen Preis herunterzuhandeln, gab doch das Budget, das Dr. Eisler zur Verfügung stand, nicht mehr als 6.000 Euro her. Schließlich kam der Handel zustande und der Schatz konnte ausgewertet und digitalisiert werden.

Die Filme waren am Anfang des 20. Jahrhunderts noch vor dem Ersten Weltkrieg von einem Touristen aufgenommen worden und zeigten Reiseeindrücke vom damaligen Leben in Palästina. Einer der Filme wurde als Kostprobe vorgeführt und überraschte mit vielen landestypischen Szenen, die wohl bei dem einen oder anderen insgeheim heimatliche Gefühle weckten. Ganz offiziell wird eine Auswahl der Filme im Frühjahr bei der geplanten Ausstellung in der Leonhardskirche einem größeren Publikum zugänglich gemacht.

Ein gemütliches Kaffeetrinken mit einem wiederum wunderbaren Kuchenbuffet beschloss das Zusammensein, so dass uns Besuchern nur noch eins bleibt: Vielen Dank an alle Aktiven zu sagen, die dieses schöne Fest ­ermöglicht haben.

Heidrun Bechtloff

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