Treffpunkt - Gemeinde aktuell

Jahresrückblick 2010

Besuch der Ausstellung »In Würde Leben lernen« (19. März)

"150 Jahre Syrisches Waisenhaus und Schneller-Schulen im Nahen Osten"

FAT "on tour" im landeskirchlichen Archiv in Möhringen

Fünfzehn Templer und etliche weitere Besucher trafen sich zur Führung mit Dr. Eisler. Die Ausstellung zeigt die Entwicklung der Einrichtung anhand von historischen Aufnahmen, Büchern und Archivalien. Gleich zu Beginn sahen wir ein Modell des Waisenhauses vor dem Brand von 1910. Es ist ein Bastelset aus 14 Ausschneidebögen, diese wurden in feinster Arbeit ausgeschnitten und zusammengeklebt, unter anderem auch von Herrn Kneher. Die einzelnen Häuser waren mit deutschen Städtenamen bezeichnet, es wurde aber darauf geachtet, dass jedes dieser Häuser gleich groß ist. Es gab verschiedene Werkstätten wie Töpferei, Ziegelei, Schreinerei, auch Schweine- und Pferdestall. Außerdem war die Jungen- und Mädchenschule dargestellt. Dieses Modell zu bauen war eine künstlerische Feinarbeit. Bis 1902 wurde dieses Bastelset den dortigen Konfirmanden geschenkt.

Nun erfuhren wir von Pfarrer Schneller und seiner Familie, und seinem Anliegen, Waisen und Blinden in Jerusalem zu helfen. Auf großen Tafeln sahen wir das Waisenhaus, Schreinerei, Töpferei, Ziegelei und Schneiderei. In den Vitrinen wurden dagegen alte und interessante Kostbarkeiten präsentiert: Portraits der Familie Schneller, Tagebuch seiner Reise nach Jerusalem 1854, veröffentlichte Bücher seiner vielen Reisen. Außerdem: wunderschöne, im Waisenhaus gefertigte Olivenholzschnitzereien, kunstvoll geklöppelte Spitzendeckchen der Schülerinnen, ebenso Kupfer- und Messingprodukte und Kostbarkeiten aus schwarzem Mosesstein vom Roten Meer, Schmuck aus Perlmutt und Gegenstände aus Ton. Wunderschön auch die Postkarten mit gepressten Blumen, sogar "echte" Orangen aus der landwirt­schaftlichen Kolonie Bir-Salem, die vor allem zur Weihnachtszeit in Deutschland begehrt waren.

Die Handpresse, mit der ab 1884 das Publikationsorgan »Bote aus Zion« gedruckt wurde, war zu sehen. In den Vitrinen sahen wir Erbscheine, auch das erste Rechnungsbuch des Waisenhauses und immer wieder alte, kostbare biblische Bücher, auch in Braille-Punktschrift für Blinde.

Besonderen Raum nahmen Postkarten mit Spendenaufrufen ein. Pfarrer Schneller hatte immer wieder Kurorte in Süddeutschland, die mit "Bad" begannen, angeschrieben, um begüterte Gesellschaftskreise zu erreichen; sie bat er gezielt um Spenden. So bekam er auch Kontakt zu Baron Münich, der auf Schnellers Anregung - mangels Erben - sein Vermögen an diesen vererbte. Da er 3 Monate nach Verfassung des Testaments verstarb, konnte 1903 mit diesem Vermögen das Blindenheim gebaut werden. Nun konnten auch blinde Kinder schreiben und lesen lernen und auf ihr späteres Leben vorbereitet werden.

Im Anschluss daran gab es noch historische, (noch) nicht bearbeitete Filme aus der Arbeit des Syrischen Waisenhauses und der Schneller-Schulen zu sehen.

Roswitha Wessner

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