Treffpunkt - Gemeinde aktuell

Jahresrückblick 2017

Wochenendseminar auf dem Schönblick (5. bis 7. Mai)

Die Gemeindeseminare auf dem Schönblick haben mittlerweile schon Tradition; diesmal waren es 21 Teilnehmer, die sich am Freitagnachmittag in dem wunderschön gelegenen Gästehaus auf einer Anhöhe über Schwäbisch Gmünd einfanden. Das Seminar mit dem weit gesteckten Thema »Was bedeutet mir (meine) Religion?« begann dann am Samstagvormittag mit einer Umfrage unter allen Teilnehmern nach den eigenen Glaubensüberzeugungen. Anschließend moderierten die anwesenden Mitglieder des Ältestenkreises nach einer kurzen Einführung jeweils die Diskussion zu den einzelnen Themenblöcken: Religion und Realität/Vernunft/Ethik (Jörg Klingbeil), Gottesvorstellung (Karin Klingbeil), Jesus (Brigitte Hoffmann) sowie Schönheit und Religion (Peter Lange). Wochenendseminar auf dem SchönblickAm Sonntag wurde dann noch auf das Thema Kultus und Rituale einge­gangen sowie über künftige Seminarthemen ge­sprochen. Hier einige Eindrücke aus der Diskus­sion:

Wahrheit bedeutet eigentlich, dass das Gesagte dem Bezeichneten entspricht. Wenn das Bezeich­nete nicht bewiesen werden kann, passt der Begriff Wahrheit daher nicht, sondern stellt sich zunächst als Behauptung dar. Das gilt auch für religiöse Schriften, die die Glaubenserfahrungen der verfasser widerspiegeln. »Absolute« Wahrheit gibt es nur in Teilbereichen der Realität, etwa in der Logik der Mathematik. Die Quantenphysik zeigt dagegen, wie bisher eindeutige Aussagen verschwimmen können. Das Gottesbild der Kirchen ist nach Meinung der Teilnehmer zu sehr auf Jesus fixiert; wir sehen ihn nicht als Gott an, seine innere Haltung und seine Lehre der Nächstenliebe ist für uns aber Vorbild. Gott wird als geistige Macht begriffen, die über allem steht. Er ist transzendent und trotzdem gegenwärtig, so dass man sich gedanklich mit ihm befassen kann.

Die Auffassung des Dalai Lama, dass Ethik im Endeffekt wichtiger sei als Religion und eine gemeinsame Basis für alle Religionen und sogar Atheisten bilden könne, wurde geteilt.

Beim Thema Religion und Vernunft fiel Theo Klink seine Mutter Maria geb. Hornung (1898-1987) ein, die im fortgeschrittenen Alter sagte, sie wolle am liebsten katholisch sein, da würde ihr genau gesagt, was und wie sie glauben solle; dann würden ihr auch die quälenden Zweifel zwischen Religion und Vernunft abgenommen werden. In ihrem Nachlass fand sich das folgende Gedicht, das bei den Teilnehmern großen Anklang fand:

 

Rückblick
Und überschlag’, mit grauem Haare,
ich die verklung’nen Lebensjahre:
Was blieb, gesiebt von hohler Spreu?
Der Liebe Glut? Der Freundschaft Treu’?
Was schenkte mir, gleich gold’nen Trauben,
der späte Herbst? ... gewissen Glauben!
Noch weitet sich der Abend offen;
im Dämmern blinkt getrostes Hoffen.
Und über dem durchmess’nen Pfade
schwebt stille, unfassbare Gnade.

 

Lebhaft wurde die Diskussion beim Thema Schönheit und Religion: Viele Teilnehmer berich­teten über Glücksgefühle beim Anblick von Kunstwerken oder der Natur oder beim Hören von Musik. Sogar ein Hauch Heiligkeit ist dann schnell mit dabei. Eine Teilnehmerin berichtete, dass sie als Chorsängerin bei der Aufführung der H-moll Messe von Bach in der Kathedrale von Chartres so ergriffen wurde von der Vollkommenheit der Musik und des Ortes, dass sie sich wie im Trancezustand vorkam. Christoph Hoffmann wollte Rituale eigentlich nur »für eine Übergangszeit« aussetzen; dabei ist es praktisch geblieben. Die Mehrheit der Anwesenden sprach sich gegen die Einführung neuer Rituale aus. Gleichwohl wurden besondere Gottes­dienste wie die Agape- Feier am Gründonnerstag, die auch bei der TSA begangen wird, befürwortet. Wochenendseminar auf dem SchönblickAm Sonntag fand noch eine Andacht statt, bei der Karin Klingbeil über das Sorgen und Trachten, Mt 6, 25-34 (mit unserem Motto), sprach. Im Anschluss sangen wir aus voller Brust noch zwei zum Thema passende Lieder aus dem mitgebrach­ten Gesangbuch, wieder begleitet von Rumi. Den Abschluss unseres Seminars bildete, wie in Schön­blick üblich, das gemeinsame Mittagessen im Gar­tensaal des Gästehauses. Anschließend gab es das obligatorische Gruppenfoto vor dem Haupteingang. Und schon hieß es wieder Abschied nehmen. Ein interessantes Wochenende hatte damit sein Ende gefunden. Ein Teilnehmer meinte später, dass ihm bei diesem Treffen besonders die fröhliche Offenheit aufgefallen sei, mit der die Teilnehmer untereinander kommunizierten. Bei der Abfahrt konnte dann jeder eine Fülle von Anregungen zum Weiterdenken mit nach Hause nehmen, zusammen mit schönen Erinnerungen an ein erlebnisreiches Wochenende in Gemeinschaft.

Jörg Klingbeil

Aktuell
Einladung zu unseren Veranstaltungen im Dezember
Gemeindefreizeit vom 1. - 3. Mai 2020 in der JH Heilbronn
Noch Weihnachtsgeschenke gesucht?
Mein deutsch-australischer Templeraustausch
Redakteur für Newsletter gesucht