Glaube
Glaubensbekenntnis

Immer wieder regt sich im Kreis unserer Mitglieder und Freunde der Wunsch nach einer Formulierung, aus der unser templerisches Bekenntnis herausgelesen werden könnte. Es sind von Zeit zu Zeit auch immer wieder Versuche unternommen worden, ein solches Bekenntnis auszudrücken, das unserem heutigen Denken entspricht und unseren Glauben umreißt.

Es gibt gegen solche Bekenntnis-Formulierungen erhebliche Vorbehalte, vor allem unter dem Gesichtspunkt, dass wir dabei Gefahr laufen, den Glauben in ein »Korsett« zu zwängen und ihn »festzuschreiben«. Nach unserer Ansicht ist Glaube nicht etwas Statisches, sondern einem ständigen Prozess der Überprüfung und Veränderung Unterworfenes. Außerdem hat jede Zeit ihre eigenen Ausdrucksformen und Begriffe. Statt einer dogmatischen Festlegung muss immer wieder neu nach der Wahrheit hinter den vordergründigen Dingen gesucht und diese auf unser Leben bezogen werden.

Von unserem Tempelgründer Christoph Hoffmann stammt die Bemerkung, wegen Bekenntnissen habe sich die Christenheit seit den ersten Jahrhunderten immer wieder gestritten und zerfleischt, und das werde immer so bleiben. »Bekenntnisse sind Worte, und Worte haben und werden ewig Streit und zänkisches Gebaren - wie die Geschichte lehrt - zur Folge haben. Bestand doch in der ersten Zeit der christlichen Gemeindebildung ihr Glaubensbekenntnis nur aus dem einen Wort: »Jesus«. Wir leben doch für einen Zweck, für ein Ziel. Durch die Einpflanzung von Gewissen und Verstand ist uns die Fähigkeit gegeben, zur Vervollkommnung zu gelangen, die im Aufstieg das Reich der Gerechtigkeit, also das Gottesreich, bereitet.«

Der Verzicht auf ein fixiertes, dogmatisch festgelegtes »Glaubensbekenntnis« und seine Ersetzung durch ein gemeinsam anerkanntes und erstrebtes Ziel ist eine der wesentlichsten Besonderheiten der Tempelgesellschaft gegenüber anderen christlichen Organisationen. Bemühungen um treffende Formulierungen werden dadurch nicht ausgeschlossen, wir müssen uns aber der Zeitbedingtheit und Zweitrangigkeit solcher Formulierungen bewusst bleiben, damit darüber nicht vergessen werde: Eins ist not: Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit!

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