Treffpunkt - Gemeinde aktuell

Jahresrückblick 2009

Dankfest (11. Oktober)

Es war ein Fest, an dem alles stimmte: der im Saal vorne auf der Bühne festlich aufgebaute, wunderschöne Erntedank, in diesem Jahr besonders reich ausgefallen; die uns durch den Vormittag begleitende Musik, auf hohem Niveau dargeboten von Rumi Hornung (Klavier) und ihrer Tochter Irina (Violine); sowie die Ansprachen von Tempelvorsteher Dr. Rolf Beilharz und seinem Vorgänger im Amt Peter Lange.

Nur eines haben wohl alle schmerzlich vermisst: in diesem Jahr ist kein Kind dargestellt worden. So wies Peter in seiner Ansprache darauf hin, dass wir Templer uns nicht nur zum herbstlichen Erntedank zusammenfänden. Dankfest Viel­mehr nützen wir diesen Tag, um Dank zu sagen natürlich auch für die Früchte, die uns die Erde spendet. Mit der Darstellung aber, bewusst auf das Dankfest gelegt, bekunden wir unseren Dank für das Kind, dem höchsten Geschenk.

Wir hatten gerade gesungen »Danke, ach Herr, dass ich danken kann«, als Peter einen weiteren Punkt ansprach, der doch jedem von uns zu denken geben sollte: wie ist es denn, wenn wir eine kleine Handreichung, ein Geschenk, eine Liebenswür­digkeit entgegennehmen, danken wir dann immer, verschieben wir nicht manches Mal die Regung auf später, vergessen wir sie sogar? Sind wir nicht selber empört, wenn uns nicht gedankt wird? Die Mahnung war hörbar! Peter hat sie anschaulich mit einem Beispiel aus dem Lukas-Evangelium unterstrichen, das uns zeigt, dass das rechte Danken schon zu Jesu Zeiten ein Thema war.

Es ist ein guter Brauch, dass sich der jeweilige Tempelvorsteher immer wieder zur weit entfernten Schwestergemeinde begibt, um mit diesen Gemeindegliedern zusammen sein zu können. Rolf Beilharz hat sich für seinen Besuch die Zeit des Dankfestes ausgesucht. So konnten wir ihn "live" erleben, was ich besonders schön fand.

Seine Ansprache stellte er unter das Bibelwort aus dem 2. Korintherbrief: »Wer da kläglich sät, der wird kläglich ernten, und wer da sät im Segen, der wird auch ernten im Segen.« Darin spiegle sich der Grundgedanke der Tempelgesellschaft wieder, die Hinwendung (Liebe) zum Nächsten, eine Lebenshaltung, für die man Freude und Befriedigung empfange.

Religiöser Glaube und moderne wissenschaftliche Erkenntnisse müssten sich nicht gegenseitig in Frage stellen. Viele Texte der Bibel gäben nur den damaligen Wissensstand wieder. Damit sie unveränderbar blieben, seien sie später in Dogmen verankert worden. »Sieht man Religion und moderne Wissenschaft als Teile eines größeren Bildes, das auch die Evolution und die Geschichte des modernen Menschen enthält, so fällt der Streit zwischen Religion und Wissenschaft weg. Es bleibt nur der Unterschied zwischen altem und neuem Wissen. Ich bin froh und wir alle dürfen dankbar sein, dass wir Templer uns nicht mit diesem Streit befassen müssen. Wir können uns auf unser Ziel konzentrieren« und im Rahmen unserer beschränkten Möglichkeiten für ein Miteinander in einer friedlicheren Welt einsetzen.

Brigitte Kneher

 

Unsere Küchenfeen Karin und Gridle hatten uns wieder ein schmackhaftes Mittagessen im Gemeindehaus zubereitet, für etwa 50 Teilnehmer keine kleine Leistung. Ihnen und allen Helfern sei an dieser Stelle nochmals herzlich dafür gedankt.

Die Dankfestspende für das neue Tor am Jerusalemer Friedhof belief sich auf 356 Euro.

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